Weil der Staat die gesetzliche Berufsunfähigkeitsversicherung aus dem Programm genommen und stattdessen die leistungsarme „Rente wegen teilweiser oder vollständiger Erwerbsminderung“ anbietet, sollten sich Verbraucher dieser Mogelpackung bewusst sein und privat vorsorgen.
Viele Bürger missdeuten den staatlichen Schutz im Falle der Erwerbsunfähigkeit. Die Leistungen sind magerer als vor der Rentenreform, man erhält sie auch nur unter ganz bestimmten Voraussetzungen, die den meisten nicht bewusst sind, und Berufsanfänger oder gar Auszubildende und Studenten erhalten gar keine Leistung, wenn sie erwerbsunfähig werden. Aber selbst die Leistungen bei voller Erwerbsunfähigkeit stellen keinen Einkommensersatz dar. Dessen sollte sich jeder bewusst sein.
Aus diesen Gründen ist es ganz wichtig, sich nicht blind auf die staatlichen Leistungen zu verlassen, sondern selbst etwas dafür zu tun, dass man einen Einkommensausgleich erhält, wenn man seinen Beruf nicht mehr ausüben kann.
Die staatliche Erwerbsminderungsrente wird überhaupt erst dann gezahlt, wenn man keine sechs Stunden mehr irgendeiner Tätigkeit nachgehen kann. Für Vater Staat gilt die Prämisse: Arbeit ist Arbeit. Die Zumutbarkeit der Tätigkeit spielt hier also keine Rolle. Wer diesen anderen Beruf also noch zwischen 3 und 6 Stunden ausüben kann, der erhält die teilweise Rente, also 50 Prozent der vollen Erwerbsminderungsrente. Die Rente wird in ihrer Höhe im Übrigen auch nach den Jahren der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung bemessen. Wer noch nicht lange eingezahlt hat, erhält weniger, wer jedoch noch keine 5 Jahre beschäftigt ist, erhält nichts.
Die private Berufsunfähigkeitsversicherung hingegen zahlt die vereinbarte Rente in voller Höhe, wenn festgestellt wird, dass der Versicherte seinen Beruf zu einem vereinbarten Prozentsatz (in der Regel 50%) nicht mehr ausüben kann. Ein Verweis auf andere Tätigkeiten wie bei der staatlichen Erwerbsminderungsrente ist hier nicht üblich. Auch Auszubildende und Studenten können bereits eine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen. Sie profitieren wegen ihres jungen Eintrittsalters dann auch von erheblich günstigeren Beiträgen.